Tharlesa Talvis – eine D&D Backstory

Tharlesa freundete sich außerdem ein wenig mit dem Gastwirt der nahen Taverne „Am Laternchen“ an. Tydur und seine Frau Gerdora waren zwei etwas ruppig wirkende, aber herzensgute Zwerge. Und die kleine Aluvielle, die den Gästen ihre Wünsche schon an der Nasenspitze ansah, war eine echte Frohnatur. Natürlich wussten die nichts von Tharlesas Doppelleben. Ihre Aufträge bekam sie woanders. Dies war ihr Rückzugsort, hier konnte sie zur Ruhe kommen und entspannen..

Doch natürlich blieb Tharlesa nicht gänzlich unbemerkt. Je öfter sie Aufträge annahm, egal welcher Art, desto mehr Aufmerksamkeit zog sie in gewissen Kreisen auf sich. Wieder wurde sie eines Abends auf dem Nachhauseweg von einer Stimme aus dem Nichts überrascht. Sie kannte die Stimme. Wie machte er das nur? Der Echsenmann schmunzelte, als sie leicht zusammenzuckte. Sie hatte ihn seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr gesehen, und in ihr brannte die Frage, wieso er sie zu Zanna geschickt hatte. Die Erinnerungen an die Manipulationen an Zadash kamen in ihr hoch, doch sie zwang sie nieder. Das hier war anders, das spürte sie. Dennoch fragte sie ihn, und er antwortete ganz simpel, Zanna hätte ihm auch einst geholfen und er hielt es für eine gute Idee. Er stellte sich ihr als Jax vor. Er hatte den Auftrag Tharlesa zu der in diesem Teil der Stadt ansässigen Gilde zu bringen. Sie wollten mit ihr reden. Tharlesa behagte das gar nicht. Sie wollte sich hier aber auch keine Feinde in einschlägigen Kreisen machen. Jax versicherte ihr, dass es nur ums Reden geht.

Also willigte sie ein und folgte Jax zu einem unauffälligen Wohnhaus, wo sie bereits erwartet wurde. Sie wollten sie kennenlernen, und sie wollten ihr einen Auftrag anbieten. Tharlesa versuchte so höflich wie möglich abzulehnen. Und auf die Frage, wieso, antwortete sie wahrheitsgemäß, dass man dann vermutlich erwarten würde, dass sie sich der Gilde verpflichtet, und dass sie das nicht könne. Narrakas, der Anführer der Gilde, sah sie eine Weile durchdringend an, dann schickte er Jax und die anderen, die mit im Raum waren, nach draußen. Als sie allein waren, redeten sie. Und es war ein ungewöhnlich zivilisiertes Gespräch. Am Ende bot Narrakas ihr ein Geschäftsmodell an, das durchaus verlockend klang. Sie würde weiterhin frei arbeiten können, würde aber ab und zu Aufträge der Gilde annehmen. Die Aufträge wären vielfältig, und es spräche nichts dagegen, dass sie sie sich aussucht. Im Gegenzug dürfte sie auf gewisse Unterstützung hoffen, sollte sie mal welche benötigen. Als Tharlesa ihm von ihren „Prinzipien“ bezüglich Auftragsmorde erzählte, runzelte er kurz die Stirn, meinte aber nach kurzer Überlegung, dass auch das vermutlich machbar wäre. Schwierig manchmal, aber machbar. Er wollte, dass Tharlesa sich sein Angebot durch den Kopf gehen lässt und ihm in genau einer Woche Bescheid gibt.

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